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Der in der Lehre betonte Praxisbezug wird in der Realität nicht durchgängig erfüllt. Obwohl einige Dozierende, wie beispielsweise Marina und Peter Fischer, durch ihre fundierten Praxiserfahrungen einen hohen Mehrwert bieten, mangelt es bei anderen an einer zielführenden didaktischen Umsetzung.
Der Studiengang Wirtschaftspsychologie mit Branchenfokus Social Media und Onlinemarketing hat mich persönlich sehr weitergebracht. Insbesondere die spezifischen Module, die von Marina und Peter Fischer geleitet wurden, waren äußerst lehrreich und haben viel Freude bereitet. Auch die Kommunikation der Hochschule war, trotz häufiger interner Misskommunikation, in der Regel zeitnah und lösungsorientiert. Die Mitarbeiter haben sich bemüht, bei Anfragen per E-Mail Probleme zu lösen.
Insbesondere das Modell, für kurze Präsenzphasen und Online-Vorlesungen (lediglich 2 Präsenztage und 2 halbe Tage Onlinevorlesung im Monat) hohe Gebühren zu verlangen, während der Großteil der Inhalte im Selbststudium erarbeitet werden muss, ist kritisch zu hinterfragen.
Die oft beworbene Arbeitnehmerfreundlichkeit steht in krassem Gegensatz zur tatsächlichen Studienbelastung. Fünf Studienarbeiten mit knapp bemessenen Abgabefristen und überzogenen Aufwandsanforderungen in einem Semester sind neben einer 40-Stunden-Woche kaum realistisch zu bewältigen. Dies führt zu einer erheblichen Mehrbelastung und widerspricht dem Versprechen der Flexibilität. (Es ist mir durchaus bewusst, dass ein Studium viel Eigeninitiative und Mehrarbeit erfordert. Doch in diesem Fall steht die Realität im Widerspruch zu den Versprechen, dass das Studium „super neben der Arbeit machbar“ sei.)
Ein weiteres Beispiel für die mangelnde Arbeitnehmerfreundlichkeit ist, dass Vorlesungs-Änderungen Anfangs teils gar nicht kommuniziert und neue Semesterpläne erst zwei Wochen vor Semesterbeginn zur Verfügung gestellt werden. Dies erschwert eine verlässliche Planung enorm und ist schlicht unkommunikativ.
Die inhaltliche Gestaltung der Module im letzten Semester war ebenfalls fragwürdig. Fächer wie "Managemententscheidungen" erschienen inhaltlich fehlplatziert. Ein besonders aufwendiges Gruppenarbeitsmodul war zudem unrealistisch gestaltet: Eine sinnvolle Koordination von Gruppenleistungen ist äußerst schwer zu erbringen, wenn sich die Mitglieder nur an wenn überhaupt zwei Tagen im Monat sehen und an verschiedenen Orten in Deutschland 40 Stunden pro Woche arbeiten. Trotz digitaler Kontakt-Möglichkeiten war die Anforderung schlicht realitätsfern. Generell ist es nicht nachvollziehbar, warum im letzten Semester zusätzlich zur Bachelorarbeit noch zwei weitere, sehr aufwendige Module absolviert werden müssen.
Die finanzielle Struktur der Hochschule erscheint zudem intransparent und überzogen. Neben den regulären Semestergebühren fallen zahlreiche zusätzliche Kosten an, die in keinem Verhältnis zur gebotenen Leistung stehen. Dies betrifft nicht nur Gebühren für Anmeldungen oder Prüfungen.
Die räumlichen Gegebenheiten sind ebenfalls verbesserungswürdig. Die Ausstattung wirkt abgenutzt und die fehlende Cafeteria sowie die nicht vorhandenen Möglichkeiten, Pausen im Freien zu verbringen, mindern den Komfort und sind in Sachen Preis-Leistung nicht vertretbar.
Insgesamt kann die Bewertung aufgrund der Diskrepanz zwischen den beworbenen Versprechen und der tatsächlichen Erfahrung nicht mehr als zwei Sterne umfassen.
Da ich aber inzwischen mitbekommen habe, dass es an anderen privaten Hochschulen noch schlimmer ist, scheint die HAM wohl das geringere Übel zu sein.